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UDG realisiert Marktplatz PROCATO

Heller Flur Querformat

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„Wir werden von Händler-Anfragen überrannt“

Wo kaufen Handwerker online ihr Werkzeug? Seit Juli 2015 bei PROCATO. Um den Fachhandel im E-Commerce zu unterstützen, haben über 20 Herstellermarken wie Bosch, Fein, Festool, Kärcher oder Spax eine Plattform gegründet, auf der lokale Fachhändler ihr Sortiment anbieten können. Die UDG United Digital Group hat die Plattform konzipiert, die User Experience gestaltet, die technische Plattform auf Basis des Adobe Experience Manager (AEM) entwickelt und damit einen komplexen E-Commerce-Marktplatz realisiert. Zudem ist die Digitalagentur mit der Umsetzung der Performance-Vermarktung betraut. Welche Herausforderungen es gab und wie die Händler den Marktplatz angenommen haben, erklärt PROCATO-Geschäftsführer Stefan-Maria Creutz.

Was war das Spannendste an dem Projekt?

Stefan-Maria Creutz: Für mich war es sehr spannend zu sehen, ob die Idee, einen Industrie-Marktplatz für Profibedarf für Handwerker in der Partnerschaft mit Fachhändler zu schaffen, auf fruchtbaren Boden fällt. Doch die Resonanz war großartig. Die Hersteller waren schnell überzeugt von der Notwendigkeit, gemeinsam zu agieren, um den Fachhandel zu stärken und ihm online eine Möglichkeit zu geben, sein Sortiment zu präsentieren. Denn das ist es, was der Handwerker will: keine Ein-Marken-Shops, sondern ein relevantes Sortiment mit den Produkten unterschiedlicher Premiummarken. Nach der grundsätzlichen Einigkeit war es jedoch eine sehr intensive Erfahrung, über 20 Unternehmen in einen Gesellschaftsvertrag zu bringen. Und auch technisch war das Projekt sehr komplex.

Worin lagen die Herausforderungen?

Creutz: Da wir als Marktplatz agieren, kam für uns keine einfache Shoplösung in Frage, schließlich legt jeder Händler seine Preise und Warenverfügbarkeit auf PROCATO selbst fest. Der Käufer kann dann Produkte verschiedener Händler in einen Warenkorb legen und in einem einzigen Vorgang bezahlen. Die Logistik und Lieferung erfolgt dann jedoch durch die jeweiligen Händler, da gibt es neben Versand und Expresslieferung auch noch die Abholung beim Händler oder die Lieferung auf die Baustelle. Da greifen viele Prozesse ineinander.

Welche technische Lösung haben Sie ausgewählt?

Creutz: Gemeinsam mit der UDG haben wir uns entschieden, den Adobe Experience Manager einzusetzen, da dieser uns alle Möglichkeiten für eine starke Präsentation des Sortiments bietet. Die zusätzlich benötigten E-Commerce-Prozesse wurden anschließend individuell innerhalb des Adobe-E-Commerce-Frameworks für uns entwickelt. Für uns als kleines Team war es entscheidend, mit der UDG einen Dienstleister an unserer Seite zu haben, der uns durch diesen Prozess souverän begleitet und das Projekt erfolgreich und verlässlich umsetzt.

Wie lange hat die Umsetzung gedauert?

Creutz: Wir haben Mitte Juli 2014 das Pflichtenheft abgeschlossen und mit der Programmierung begonnen, am 1. Juli 2015 ist PROCATO online gegangen. Die Umsetzung hat also knapp zwölf Monate in Anspruch genommen, inklusive Abstimmung der Produktdaten, Anbindung der Hersteller, Händler und Qualitätssicherung.

Wie wird der Marktplatz von den Händlern angenommen?

Creutz: Vor allem jene Händler, die bereits Erfahrungen mit dem E-Commerce gesammelt haben, machen bereits gute Geschäfte über uns. Wie notwendig ein Marktplatz wie PROCATO für den Werkzeughandel ist, zeigt sich auch darin, dass wir von Anfragen überrannt werden. Wir sind vor vier Monaten mit 30 Händlern und ca. 50 Stützpunkten gestartet, seitdem haben sich über hundert weitere Fachhändler gemeldet, die gerne über PROCATO verkaufen möchten. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass diese über ein Warenwirtschaftssystem verfügen, das die technische Anbindung ermöglicht, um PROCATO Preis und Verfügbarkeit regelmäßig elektronisch bereitzustellen. Wir werden auch noch weitere Premium-Herstellermarken als Partner aufnehmen. Zudem planen wir Allianzen mit Verbänden und Verbünden.

Wie viele Produkte bietet PROCATO schon an?

Creutz: Derzeit besteht das Gesamtsortiment aus mehr als 60.000 Artikeln – mit stark wachsender Tendenz. Ich rechne damit, dass wir in zwölf bis 18 Monaten das optimale Sortiment für alle Handwerker anbieten können.

Wie werben Sie für PROCATO?

Creutz: Wir haben den großen Vorteil, dass wir komplett in die Vermarktung der Hersteller integriert sind. Da diese unsere Gesellschafter sind und von unserem Erfolg profitieren, weisen sie in ihren Marketing- und Vertriebsaktionen auf uns hin. Unser Budget investieren wir online vor allem in SEA, SEO, Display und Remarketing. Und wir sind natürlich auch in Google Shopping vertreten. Im Online-Marketing arbeiten wir auch mit der UDG zusammen und setzen so die erfolgreiche Zusammenarbeit fort.

Für viele Händler entscheidet das Weihnachtsgeschäft über den Erfolg des Geschäftsjahres. Ist das bei Ihnen auch so?

Creutz: Das weiß ich noch nicht, bin aber schon gespannt. Auf jeden Fall werden wir einen Adventskalender mit Angeboten präsentieren, die je an einem Tag auf PROCATO beworben werden.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Was ist Ihr persönliches Lieblingswerkzeug?

Creutz: Ein Festool-Akkuschrauber. Der ist handlich, praktisch und einfach schön. Den nehme ich richtig gerne in die Hand. Zudem verfügt er über gute Funktionen: Er beleuchtet nicht nur den Bereich, in den ich schraube, sondern hält auch die Schraube magnetisch in der richtigen Position. Ich liebe es, mit Profiwerkzeug zu arbeiten.