Touchpoints

Content Marketing – Lüge oder Innovation?

Heller Büroraum der UDG

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Es gibt kein Marketing ohne Content!

Content Marketing ist gerade ein kontrovers diskutiertes Thema. Seitdem Jung-von-Matt-Chef Thomas Strerath auf wuv.de „Über die Content-Lüge“ geschrieben hat, läuft die Debatte heiß. Doch Content ist keine Lüge – und keine Innovation: Es gibt kein Marketing ohne Content! Ein Werbespot ist genauso Content wie ein journalistischer Text, eine Display-Anzeige ebenso wie ein Podcast. Ausschlaggebend ist, wie relevant der vermittelte Content ist. Und das entscheidet nur der Konsument: Der Inhalt muss einen Nutzwert bieten, der für ihn persönlich von Bedeutung ist.

Nutzwert ist deshalb auch die Lösung für den Content-Clash, der für Strerath darin besteht, dass immer mehr Inhalte von Medien, Usern und Marken auf ein begrenztes Zeitbudget bei der jeweiligen Zielgruppe treffen. Ob Marken dann lieber mehr Content publizieren sollten, wie Matthias Schrader, CEO von SinnerSchrader, empfiehlt, oder weniger, wie es Strerath und die Kommunikationsberaterin Kerstin Hoffmann postulieren, ist zweitrangig: Relevant muss der Inhalt sein.

Relevanz ist jedoch nichts, das Unternehmen und Marken diktieren können. Was für einen Menschen relevant ist, bestimmt jeder für sich selbst. Und auch nicht in jeder Situation gleich. Deswegen ist es für Unternehmen entscheidend, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und ihre Strategie und ihr Handeln an ihm auszurichten.

Das erfordert eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Customer Journey. Von Touchpoint zu Touchpoint und von Channel zu Channel sind für jeden Menschen andere Inhalte wichtig. Deshalb muss Content anpassungsfähig sein. Situativ und persönlich relevant. Das stellt Firmen vor große Herausforderungen, da eine ganzheitliche und gleichzeitig integrierte Steuerung des Marketings notwendig ist.

Doch wie sieht eine Agentur aus, die Unternehmen bei einem integrierten Marketing unterstützen kann? Sie verfügt über die analytischen Fähigkeiten, um Menschen und ihre momentanen Bedürfnisse – möglichst in Echtzeit – zu verstehen. Sie denkt nicht in Silos, sondern in strategischen Gesamtkonzepten – mit kreativer Finesse in Kreation, Technologie und Mechanik. Sie kuratiert einen umfassenden Contentpool, erstellt also selbst Inhalte, brieft diese korrekt ein und/oder fasst bestehenden Content thematisch zusammen. Aus diesem Pool entwickelt sie optimale Formate für die einzelnen Touchpoints und spielt die relevanten Inhaltsformate zum richtigen Zeitpunkt an den passenden User aus.

Natürlich haben auch spezialisierte Agenturen ihre Daseinsberechtigung, die sich auf Einzelschritte innerhalb dieser Kette oder auf bestimmte Kanäle beziehungsweise Formate konzentrieren. Was wäre die Marketingwelt ohne kreative Hotshops! Ohne um die Ecke denkende Social-Gurus. Ohne wortgewandte PR-Profis. Ohne gewitzte Media-Berater. Alle Disziplinen schaffen Mehrwerte im Marketing, wenn sie übergreifend orchestriert werden – und mit dem nötigen Weitblick.

Denn dieser Weitblick sorgt dafür, dass die Inhalte für den Kunden den entsprechenden Nutzwert haben: Der richtige Content zur richtigen Zeit am richtigen Touchpoint.

Simon Loebel

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Simon Loebel