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Welche Apps sich fürs Marketing eignen

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Von Pokémon Go bis Tinder

Tatsache ist: Es gibt für fast alles eine App. Die beiden größten Stores, Apples App Store und Google Play, zählen jeweils rund 1,4 Millionen beziehungsweise 1,5 Millionen Anwendungen. Doch nur die wenigsten davon schaffen es, eine relevante Nutzerbasis aufzubauen. Welche Apps haben heute das Potenzial, für Marketer interessant zu werden?Pokémon Go

Möglichweise hat Pokémon Go seinen Zenith schon überschritten, spannend ist die App trotzdem. Das Augmented-Reality-Spiel für Smartphones von Nintendo und Niantic Labs gibt es zwar erst seit dem 6. Juli dieses Jahres, es gilt bereits jetzt als das erfolgreichste Mobile Game aller Zeiten und wird von mehr Menschen genutzt als Twitter.

Firmen können die App erfolgreich für ihre Zwecke nutzen, um schnell Bekanntheit in einer neuen Zielgruppe aufzubauen oder ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Dafür müssen sie jedoch schnell reagieren. Es gibt Berichte von Unternehmen, die aufgrund des Spiels rasant steigende Besucherzahlen und Aufenthaltszeiten in ihren Ladengeschäften erleben. Und Niantic Labs plant bereits werbliche Produkte und hat in Japan bereits einen Vertrag mit McDonald’s geschlossen, dessen Filialen zu „Sponsored Locations“ werden.

Tinder

Die Dating-App experimentiert seit vergangenem Jahr mit Werbung in Form von kurzen Videos, die die Nutzer auf der Suche nach dem nächsten Match unterbrechen. Auf dem Web Summit 2015 in Dublin kündigte Tinder-CEO Sean Rad zudem an, im Bereich Werbung 2016 einen großen Schritt vorwärts machen zu wollen.

Derzeit muss noch kreativ werden, wer Tinder für Kommunikationszwecke einsetzen möchte. Sixt war eine der ersten deutschen Marken, die 2014 Tinder nutzte, um gezielt die hauptsächlich jungen, urbanen Nutzer anzusprechen. Das Team legte unter dem Namen „Sixt“ ein Profil an, das eine Mitarbeiterin mit dem Titel „Abschleppdienst“ zeigte und sich selbst als „ein schnelles Abenteuer“ beschreibt. Ein aktuelles Beispiel kommt von Knorr, das die Testimonials der Kampagne “Love at first taste” auf Tinder ein Wochenende chatten ließ. Hier der Film über die Kampagne selbst:

Periscope

Mit Periscope, das im März 2015 von Twitter akquiriert wurde, können Nutzer Videos mit dem Smartphone aufnehmen, live ins Internet übertragen und direkt mit den Zuschauern interagieren. Deshalb passt Periscope perfekt zum Echtzeit-Charakter von Twitter und seiner Nutzerstruktur, die in Deutschland vor allem aus Medientreibenden und Technologieinteressierten besteht. Aber genau das macht Periscope wertvoll für Unternehmen, die gezielt Innovatoren und Multiplikatoren ansprechen wollen.

Als Ergänzungsmedium für Events stellt Periscope für Marketer ein spannendes Tool dar: Die App eignet sich insbesondere zur Verlängerung von Events wie Pressekonferenzen, Produkteinführungen oder Messen in den digitalen Raum. So nutzte Adidas beispielsweise die App, um Fans live bei der Unterzeichnung des Werbevertrags mit Fußballstar James Rodriguez dabei sein zu lassen, Red Bull, übertrug exklusive Livevideos von der Miami Music Week.

Snapchat

Auch wenn Snapchat aus Marketingsicht noch am Anfang steht, bietet es Unternehmen bereits heute vielfältige Möglichkeiten der Nutzung. Dass die Inhalte live, authentisch und vor allem vergänglich sind, macht die Plattform interessant für exklusive Aktionen wie Produktvorstellungen und Behind-the-Scenes-Content. Allerdings werden diese Inhalte nur von Nutzern gesehen, die eine Marke zur Freundesliste hinzugefügt haben. Hier bieten sich Kooperationen mit Influencern an.

Davon abgesehen hat Snapchat vor Kurzem eine umfassende Erweiterung seines „3V Advertising“ (Vertical Video Views) genannten Werbemodells angekündigt. Die App bietet jetzt eine Schnittstelle, über die Marken mit ausgewählten Kreativ- und Technologiepartnern speziell auf Snapchat zugeschnittene Kampagnen entwickeln und Werbeflächen buchen können. Außerdem haben Marken die Möglichkeit, sogenannte Sponsored Lenses zu erwerben, lustige Fotolinsen, die Nutzer für die Kommunikation mit ihren Freunden nutzen können. Um jedoch relevante Inhalte zu entwickeln, sollten sich Marketer intensiv mit der Plattform und ihren Nutzern auseinandersetzen.

WhatsApp

WhatsApp ist, obwohl Teil von Facebook, werbefrei und eignet sich deshalb weniger für die werbliche Massenkommunikation als für eine personalisierte Interaktion mit Kunden – zum Beispiel in Form von Newslettern oder als Call Center-Ersatz. Zu diesem Zweck hat die Plattform die Einführung von Markenaccounts angekündigt.

Facebook Messenger

Der Facebook Messenger ist die Plattform für Facebooks Bot-Ökosystem damit die Schnittstelle für eine ganze Reihe möglicher, dialogorientierter Anwendungen. CNN und Bild senden bereits aktuelle News über Push Notifications, die Hotelkette Hyatt nutzt den Messenger als Kanal im Kundendienst und die Airline KLM stellt Boardkarten und Flug-Updates zur Verfügung. Anzeigen-Formate, zum Beispiel in Form von Sponsored Messages oder Click-to-Message Ads, werden wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Simon Loebel

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