Performance

Was Google Optimize 360 leistet

heller Raum mit Sofa

Beitrag von |

01

A/B- sowie MV-Testing und Content-Personalisierung

Im Jahr 2012 wurde das bisher eigenständige Projekt Google Website Optimizer ein Teil von Google Analytics und blieb weiterhin ein kostenloses Feature. Bis auf die Namensänderung in „Content Experiments“ und die reine Beschränkung auf AB Redirect Tests gab es in den vergangenen Jahren keinerlei bedeutsame Weiterentwicklungen. Zudem war der Funktionsumfang im Vergleich zu anderen kostenpflichtigen Anbietern deutlich eingeschränkt.

Die einfache Regel lautet jedoch heute, wann immer eine Interaktion mit Besuchern möglich ist, sollte der Status Quo mit unterschiedlichen Varianten überprüft werden. Sprich: testen, analysieren, Conversion optimieren! Website-Optimierung stellt einen größeren Rendite-Hebel dar als die plumpe Traffic-Akquise und ist dazu deutlich nachhaltiger. Jon Oringer, Gründer und CEO des Media-Markplatzes Shutterstock, formulierte folgenden Grundsatz: „Nothing goes live on Shutterstock without A/B Testing.”

Leider konnten die Testing-Ergebnisse von Standalone Tools wie Optimizely und VWO bisher nur über Umwege mit Google-Analytics-Daten kombiniert werden. Auch war es nicht möglich, eine durchgehende Nutzererfahrung mittels integriertem Targeting zu erzielen. Das ging bisher nur mit Enterprise-Class Marketing Suites wie zum Beispiel Adobe oder Oracle.

Mit Optimize 360 als Teil der Google 360 Suite ist dies nun gelungen, wenn auch Google diesmal nicht der Innovationstreiber ist und an der einen oder anderen Stelle Ähnlichkeiten mit Optimizely beziehungsweise Adobe Analytics zu erkennen sind.

Dennoch ist Optimize 360 einzigartig, da erstmalig ein nahtloses und natives Zusammenspiel von Webanalyse (Google Analytics), (Re-)Marketing (AdWords, DoubleClick) und Testing beziehungsweise Personalisierung möglich ist. Durch die zentrale Datenhaltung kann nun ebenfalls direkt die Gesamtleistung von Marketing-Kampagnen bewertet werden. Dies folgt dem Suite-Konzept-Gedanken und der Vision von integrierten Marketing-Kampagnen.

Google Analytics kommuniziert bereits jetzt schon eng mit Optimize 360. Ziele, Dimensionen und Metriken inklusive der Custom Dimensions, die in Analytics 360 verwendet werden, stehen in Optimize 360 zur Verfügung. Man kann davon ausgehen, dass die Produkte untereinander weiter verzahnt und ausgebaut werden, so wie beispielsweise bei der Verbindung von AdWords und Analytics.

Stärken:

  • enge Verzahnung innerhalb der Google 360 Suite (besonders mit Analytics 360)

  • unterschiedliche Arten von Conversion-Zielen je Test

  • vielfältige Targeting-Optionen, inklusive GA Audiences und Nutzersegmenten

  • Look-back-Fähigkeit: Reporting mit nachträglich angelegten Segmenten

  • A/B/N, Multivariate oder Redirect Tests

  • einfaches, einmaliges Code Setup

  • Import von zum Beispiel DoubleClick-Metriken beziehungsweise AdWords-Integration

  • In-Place-Editing beziehungsweise WYSIWYG-Editor
    Code Injection von beliebigem JavaScript, HTML und CSS

  • Service Level Agreements und Support

Schwächen:

  • kostenpflichtig: Preis richtet sich nach Hit-Volumen, Hit-Limit in 100-Millionen-Schritten

  • kein Mobile-A/B-Testing für iOS und Android

  • keine Heat-/Clickmap

  • Counting Methode: Session und nicht Visitor-basiert

  • aktuell keine Stand-Alone-Variante, Google Analytics wird immer benötigt

  • aktuell fehlende Google-Tag-Manager-Integration

  • nur synchrones Laden.

In der Kombination mit Google Analytics als eine „Light DMP“ (Nutzersegement, Audience) und Optimize 360 als Tragetingwerkzeug mit zahlreichen Standard-Merkmalen und Testmöglichkeiten können extrem personalisierte Experimente auf eine sehr differenzierte Zielgruppe umgesetzt werden. Das heißt, ein abgestimmter Inhalt je Nutzersegment erlaubt eine indivdulelle Nutzererfahrung.

Zur Überprüfung der Ergebnisse importiert das Reporting in Optimize 360 automatisch die Ziele aus dem verknüpften Google Analytics View. So können unterschiedliche Ziele auf ein Experiment angewendet und damit der Erfolg eines Tests nach verschiedenen Gesichtspunkten bewertet werden. Zusätzlich sind die nativen Dimensionen „Test Name“ und „Variante“ nach Verknüpfung automatisch in Google Analytics verfügbar. Damit kann ein Test mittels Segmentierung nach jeglichen Dimensionen und Metriken in Google Analytics ausgewertet werden.

Man kann davon ausgehen, dass dies nur der Anfang ist. In den kommenden Monaten werden noch mehr Produkt-Features und Integrationen zu erwarten sein. Insbesondere Websites mit hohem Traffic-Volumen und einer tief im Unternehmen verankerten Optimierungskultur sollten über die Verwendung von Optimize 360 nachdenken. Ebenfalls ist Optimize für alle Unternehmen eine spannende Lösung, die das Thema Content-Personalisierung weiter vorantreiben wollen.

Die UDG United Digital Group ist als eine von drei Agenturen in Deutschland Google Optimize 360 zertifiziert und zudem zertifizierter Google Agentur-Partner und exklusiver Google 360 Suite Reseller.

Frank Jaenicke Roessler

Über den Autor

Frank Jaenicke-Rößler