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Unterwegs in Richtung Cloud

Cloud Computing

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Wie können Unternehmen IT-Ressourcen auslagern?

Nicht nur die Technik verändert sich, sondern auch die Vorstellung davon, was Technik ist. Früher waren damit in erster Linie Racks mit Hardware gemeint, heute oft eine Dienstleistung: Cloud Computing bezeichnet die flexible Bereitstellung von IT-Ressourcen wie Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendersoftware als Service. Dass diese bedarfsgerecht und dynamisch abgerufen sowie nutzungsabhängig berechnet werden können, macht sie für Unternehmen attraktiv. Doch wie können sich Firmen mit klassischer Enterprise IT in Richtung Cloud entwickeln? Und welche Möglichkeiten haben sie?

Bei traditioneller Enterprise IT managt das Unternehmen die gesamte IT – von den Anwendungen bis zum Datencenter. Die Auslagerung in die Cloud kann in drei Abstufungen geschehen, die aufeinander aufbauen:

Infrastructure as a Service

Bei Infrastructure as a Service (IaaS) verwaltet die Firma die Anwendungen, Sicherheitsmaßnahmen, Daten und Betriebssysteme (Operating Systems) selbst. Virtualisierung, Server, Speicher, Netzwerke und Datencenter kauft sie als Dienst durch einen Partner ein, auf den sie dann jedoch angewiesen ist.

Auf einen Pizzadienst übertragen, bedeutet das: Das Unternehmen greift für Küche, Ofen und Gas auf andere Anbieter zurück, macht aber den Teig und den Belag selbst und backt die Pizza. Um hohe Nachfrage zu bedienen, stehen beliebig viele weitere Backöfen zur Verfügung.

Plattform as a Service

Bei Plattform as a Service (PaaS) handhabt das Unternehmen nur noch die Anwendungen selbst und kauft alle weiteren IT-Ressourcen als Dienstleistung ein. Der große Vorteil besteht darin, dass sich das Unternehmen nicht mehr mit der Auswahl der richtigen technischen Kombinationen – welches Betriebssystem, mit welcher Datenbank und durch welche Maßnahmen gesichert – beschäftigen muss. Es ist jedoch auf den technischen Leistungsumfang der gewählten Plattform eingeschränkt.

Im Beispiel des Pizzadienstes wird nur noch selbst belegt und gebacken. Die Zutaten des Teigs, die Auswahl des Backofens und der Bleche werden jedoch als Dienstleistung von einem erfahrenen italienischen Pizzabäcker bezogen.

Software as a Service

Entscheidet sich ein Unternehmen für Software as a Service (SaaS), greift es für alle IT-Ressourcen auf Dienstleister zurück und kauft neben der Infrastruktur und der Plattform auch eine lauffähige Software als Dienstleistung ein. Vorteilhaft ist, dass die Software sofort einsatzbereit ist, der Fokus auf Einführung und Migration von Daten liegen kann sowie sich die Kosten vorab beziffern lassen. Zu den Nachteilen zählt, dass die IT vom funktionalen Leistungsumfang der Software abhängt und die Unternehmensorganisation mit Prozessen, Berechtigungen, Strukturierung zur Software passen oder sich anpassen muss.

Für unser Pizza-Beispiel heißt das: Auch Belegen und Backen wird von Partnern übernommen.

Datenhoheit oder Skalierbarkeit?

Nicht nur der Grad, in dem Firmen auf Cloud-Dienste zugreifen, auch das Liefermodell beeinflusst Datenkontrolle und Skalierbarkeit. Unternehmen können aus drei Varianten wählen:

  1. Privat: Cloud-Services sind über das private Netz des Unternehmens erreichbar und werden entweder extern oder On-Premises, also beim Unternehmen selbst gehostet.

  2. Öffentlich: Dienste sind über das Internet erreichbar, Infrastrukturressourcen werden mit anderen Kunden geteilt.

  3. Hybrid: Private und öffentliche Cloud werden abhängig vom Anwendungsfall genutzt. Zu hoher Flexibilität und hoher Kontrolle kommt bei diesem Modell jedoch eine gesteigerte Komplexität.

Schon diese erste Übersicht zu Ausprägungen der Cloud-Nutzung von Infrastructure as a Service über Plattform as a Service zu Software as a Service und Liefermodellen zeigt: Es ist kompliziert.

Gesamtkosten vergleichen

Lohnt sich der Aufwand? Um diese Frage zu beantworten, müssen Unternehmen das Potenzial bewerten, das die Verlagerung der einzelnen Bereiche in die Cloud bietet. Der Vorteil liegt in der Regel in der schnelleren Bereitstellung von Funktionen für den Kunden, die zu einem Umsatzplus führen. Im Gegenzug müssen Migrationskosten abgeschätzt und die bestehenden Investitions- und künftig zu erwartenden Gesamtkosten des Betriebs (Total Costs of Ownership) verglichen werden. Schließlich reduziert Cloud Computing den internen Aufwand für die Bereitstellung neuer Funktionen sowie die Kosten für Wartung und Updates. Zudem erhöht sich die Verfügbarkeit der Software und Umsatzeinbußen durch IT-Ausfälle werden geringer – in Zeiten hoher Kundenerwartungen gute Argumente für einen Weg in die Cloud.

Eine ausführliche Version dieses Artikels hat digitalbusiness-cloud.de veröffentlicht: Der Weg in die Cloud.

Ulrich Bartholmös

Über den Autor

Ulrich Bartholmös
CIO

Ulrich Bartholmös ist CIO der UDG United Digital Group und verantwortet sowohl Infrastruktur- und Betriebsprojekte für Kunden als auch die Corporate IT der UDG. Seit mehr als 15 Jahren berät und begleitet er Unternehmen bei technologiegetrieben, digitalen Transformationsprozessen.